Online Marketing
Die Revolution der Google-Suche: Warum dein Content ab sofort anders denken muss
Das Ende der einfachen Keywords
Erinnerst du dich, als Google noch wie ein digitales Telefonbuch funktionierte?
Du tippst „beste Pizza Zürich“ ein – und bekommst zehn blaue Links.
Als Website-Betreiber:in war deine Aufgabe damals relativ simpel:
Keywords finden, sie an den richtigen Stellen platzieren, ein bisschen Onpage-Optimierung – fertig.<– Na, ganz so leicht war es auch nicht. 😉
Diese Zeit ist bei der KI-Suche endgültig vorbei.
Mit generativer KI in der Suche – also mit KI-Übersichten in Google, AI Overviews, Chatbots wie ChatGPT, Gemini & Co. – hat sich das Spiel komplett verändert. Google ist heute nicht mehr nur ein Suchschlitz, sondern ein Super-Assistent, dein KI-Reisebegleiter, der:
- deine Frage versteht
- sie in viele Unterfragen zerlegt
- passende, spezialisierte Quellen findet
- daraus eine fertige, zusammenhängende Antwort erstellt
Und genau hier kommt ein Konzept ins Spiel, das das SEO der Zukunft prägt:
„Query Fan-Out“ – auf Deutsch: Abfrage-Fächerung.
In diesem Beitrag zeigen wir dir:
- was Abfrage-Fächerung bedeutet
- warum klassische Keyword-SEO nicht mehr ausreicht und
- wie du Content erstellst, der auch in der KI-Suche sichtbar bleibt.
Teil 1: Was ist „Abfrage-Fächerung“ (Query Fan-Out)?
Stell dir vor, Google wäre dein persönlicher Coach.
Deine Frage lautet zum Beispiel:
„Wie erstelle ich den perfekten Trainingsplan für meinen ersten Halbmarathon in 16 Wochen?“
Früher hat Google vor allem geprüft:
Wo kommen diese Wörter vor – „Trainingsplan“, „Halbmarathon“, „16 Wochen“ – und welche Seite wirkt insgesamt am relevantesten?
Heute passiert etwas völlig anderes.
Schritt 1: Deine Frage wird zerlegt
Die KI bricht deine eine Frage in viele Teilfragen auf – auch in solche, die du gar nicht ausdrücklich gestellt hast. Zum Beispiel:
- Konkreter Plan:
„Gibt es einen strukturierten 16-Wochen-Trainingsplan?“ - Ausrüstung:
„Welche Laufschuhe eignen sich für Anfänger:innen bei längeren Läufen?“ - Verletzungsprävention:
„Wie vermeide ich typische Laufanfänger-Verletzungen?“ - Ernährung:
„Was esse ich vor langen Läufen, um genügend Energie zu haben?“ - Regeneration:
„Welche Dehnübungen sind nach dem Training sinnvoll?“
Aus einer Suchanfrage entsteht so ein ganzer Fächer an Teilabsichten – genau das ist Query Fan-Out.
Schritt 2: Die beste Quelle für jede Unterfrage
Die KI sucht jetzt nicht mehr nur in einem einzigen „Alles-Index“, sondern verteilt diese Teilfragen auf spezialisierte Quellen:
- Trainingspläne: Text-Index mit Tabellen und strukturierten Plänen
- Verletzungsprävention: medizinische und vertrauenswürdige Fachquellen
- Dehnübungen: Video-Index (YouTube, Tutorials, Shorts)
- Fachbegriffe wie „Pacing“: Wissensdatenbanken, strukturierte Knowledge Bases
Sie sammelt hunderte kleine Text-Snippets, Tabellen, Aufzählungen und Video-Transkripte aus all diesen Bereichen ein.
Schritt 3: Synthese zur „perfekten“ Antwort
Jetzt passiert die Magie:
Aus all diesen Bausteinen baut die KI eine flüssige, scheinbar „perfekte“ Antwort – die KI-Übersicht, die ganz oben über den klassischen Suchergebnissen erscheint.
Wichtig für dich als Website-Betreiber:in:
Die KI bewertet nicht mehr nur deine komplette Seite als Ganzes, sondern:
- Wie gut einzelne Abschnitte bestimmte Unterfragen beantworten
- Wie „zitierfähig“ Listen, Tabellen und einzelne Passagen sind
Dein Content konkurriert also nicht nur mit anderen Seiten – sondern mit Absätzen, Tabellen und Listen aus der ganzen Welt.
Teil 2: Was bedeutet das für deinen Content?
Wenn du möchtest, dass deine Inhalte in dieser neuen Suche:
- zitiert
- eingeblendet und
- von der KI genutzt werden,
musst du von reiner Keyword-Optimierung hin zu Intent-Vollständigkeit wechseln:
Deckt dein Content wirklich alle wichtigen Nutzerabsichten zu einem Thema ab?
1. Vom Einzelkämpfer zur Themenwelt (Topic Hub)
Früher hattest du vielleicht eine Seite wie:
„Halbmarathon-Trainingsplan“ – und das war’s.
Heute brauchst du ein Themen-Ökosystem:
- Einen Master-Artikel, der das Thema ganzheitlich erklärt
(Zielgruppe, Zeitrahmen, Ausrüstung, Verletzungsprävention, Ernährung, Regeneration, Mindset …) - Mehrere Unterseiten (Clusterpages), die einzelne Aspekte in die Tiefe bringen
(z. B. „Die besten Laufschuhe für Halbmarathon-Anfänger“,
„Dehnübungen nach langen Läufen“,
„Ernährung in der Woche vor dem Wettkampf“)
So erkennt die KI:
„Diese Website ist nicht nur ein zufälliger Artikel – sie ist die zentrale Anlaufstelle zu diesem Thema.“
2. Inhalte „auszugsfähig“ machen (Extractability)
Die KI muss Informationen schnell und fehlerfrei aus deinem Content ziehen können. Je strukturierter deine Inhalte sind, desto besser.
Frage dich bei jedem wichtigen Abschnitt:
„Könnte die KI diesen Part einfach copy-pasten und als Antwort nutzen – und er wäre trotzdem verständlich?“
Hilfreich sind:
- Listen statt Textwüsten (Checklisten, Schritt-für-Schritt, Vor- und Nachteile)
- Tabellen für harte Fakten (Trainingspläne, Preise, Feature-Vergleiche, Zeitachsen)
- Klar beschreibende Überschriften (H2/H3)
Nicht:
„Mehr zum Training“
Sondern:
„Die 5 wichtigsten Dehnübungen nach einem langen Lauf“
Je klarer ein Abschnitt einen Unter-Intent abdeckt, desto grösser die Chance, dass er in der Antwort eines KI-Assistenten landet.
3. KI-Slots füllen: Denke wie ein Datenlieferant
Die KI versucht, eine vollständige Antwort zu geben. Dafür sucht sie nach bestimmten Slots – also typischen Datenfeldern. Zum Beispiel:
- Audience (Zielgruppe):
Für wen ist der Inhalt gedacht? Einsteiger, Fortgeschrittene, Profis, bestimmte Branchen? - Zeitrahmen:
Wie lange dauert etwas? „16-Wochen-Plan“, „5 Minuten täglich“, „in 3 Schritten“. - Risiken & Sicherheit:
Typische Fehler, Fallstricke, Warnsignale, Sicherheitshinweise.
Wenn deine Seite diese Slots klar und kompakt liefert – idealerweise in Listen, Boxen oder kurzen Info-Blöcken – steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass die KI dich als Quelle auswählt.
Teil 3: Checkliste für die neue Ära der KI-Suche
Nutze diese Fragen als Mini-Audit, bevor ein neuer Artikel live geht:
1. Themen-Test
- Deckt der Beitrag die wichtigsten Folgefragen zu meinem Thema ab?
- Brauche ich zusätzliche Unterseiten (Clusterpages), auf die ich intern verlinke?
2. Struktur-Test
- Sind die wichtigsten Fakten in Listen oder Tabellen dargestellt?
- Könnte man einzelne Abschnitte problemlos herauskopieren – und sie wären trotzdem verständlich?
3. Modality-Check
- Gibt es Fragen, die sich visuell besser beantworten lassen (z. B. Übungen, Handgriffe, Oberflächen)?
- Kann ich ein Video, ein Diagramm oder eine Grafik ergänzen?
4. Intent-Check
- Sind meine Überschriften so konkret, dass direkt klar wird, welche Frage der Abschnitt beantwortet?
- Würde eine KI den Kontext verstehen, ohne „raten“ zu müssen?
Die gute Nachricht:
Die KI-Suche öffnet die Bühne nicht für Tricksereien, sondern für wirklich gute, durchdachte Inhalte.
Die Herausforderung:
Diese Inhalte müssen strukturierter, vollständiger und präziser sein als früher.
Unsere Insights – was das konkret für deine Website bedeutet
Hier wird es praktisch. Was heisst das alles aus unserer Sicht – und für deine Website?
1. Denken in Intent-Clustern, nicht in Keywords
Wir sehen bei vielen Unternehmen: Content wird immer noch nach Fokus-Keyword geplant, nicht nach Nutzerabsichten.
Unsere Empfehlung:
- Starte mit einer Intent-Landkarte:
Welche Fragen, Ängste, Vergleiche und Entscheidungen stecken hinter einer Suchanfrage? - Ordne diese Intents zu:
- informational (verstehen)
- transactional (kaufen/buchen)
- navigational (zu einer Marke / einem Tool)
Erst dann entscheidest du, welche Inhalte in welcher Tiefe entstehen sollen.
2. Content = Datenprodukt
Für die KI-Suche ist dein Content nicht nur Text, sondern ein Datenlieferant.
Darum achten wir bei Projekten darauf, dass:
- wichtige Infos strukturiert vorliegen (Tabellen, FAQ-Listen, Glossare)
- Inhalte mit sauberem HTML & Schema-Markup ausgezeichnet sind
- wiederkehrende Informationen (Produktvorteile, technische Daten, Preise) zentral und konsistent gepflegt werden
Kurz:
Wir denken Content nicht nur aus UX-Perspektive, sondern immer auch aus Sicht der Maschinenlesbarkeit.
3. Multimodalität strategisch nutzen
Die neue Suche liebt Inhalte in verschiedenen Formaten:
- Text für Tiefe
- Tabellen für Fakten
- Videos für Anleitungen
- Bilder und Grafiken für Verständnis
Für zentrale Themen empfehlen wir Content-Bundles zu planen:
Ein starker Text, ergänzt um Videos, Grafiken und ggf. interaktive Tools.
So findet die KI für jede Unterfrage das passende Format – und du wirst häufiger als Quelle herangezogen.
4. Erfolg neu messen: Weg von reinen Rankings
Klassische KPIs wie „Ranking für Keyword X“ sind in der KI-Suche nur noch ein Teil der Wahrheit.
Spannender werden Metriken wie:
- Abdeckung von Intents:
Wie viele relevante Unterfragen deckt deine Content-Landschaft ab? - Nutzersignale auf Hubs:
Wie gut funktionieren deine Themenzentren als Einstiegs- und Navigationspunkte?
So siehst du nicht nur, ob du irgendwo rankst, sondern ob du im gesamten Themenfeld präsent bist.
5. SEO ist Team-Sport
Die neuen Anforderungen an Content haben Konsequenzen für dein Team:
- SEO, Content, Design, Tech und Legal sollten enger zusammenarbeiten.
- Briefings sollten immer einen „KI-Tauglichkeits-Check“ enthalten:
- Welche Intents decken wir ab?
- Welche Slots (Zielgruppe, Zeitrahmen, Risiken, FAQs) müssen rein?
- Welche Formate brauchen wir (Text, Tabelle, Video, Grafik)?
Unsere Erfahrung:
Teams, die diesen Mindset-Shift schaffen, sind in der neuen Suchwelt deutlich resilienter – und profitieren früher von den Chancen der KI-Suche.
Fazit: Hör auf, „für Google“ zu schreiben – werde zum besten Assistenten
Die KI-Suche hat zwei Dinge gleichzeitig bewirkt:
- Vereinfachung:
Weniger Tricks, mehr echter Mehrwert. - Herausforderung:
Dieser Mehrwert muss alle wichtigen Facetten der Nutzerabsicht abdecken.
Wenn du deinen Content so denkst, wie ein grossartiger Assistent arbeitet – vorausschauend, strukturiert, klar und vollständig – spielst du in dieser neuen Suchwelt vorne mit.
Statt zu fragen:
„Für welche Keywords ranke ich?“
solltest du fragen:
„Für welches Thema sind wir die beste, vollständigste und vertrauenswürdigste Quelle?“
Nächster Schritt für deine Website
Wenn du möchtest, schauen wir uns gemeinsam eine deiner bestehenden Seiten an und prüfen:
- Welche Intents sind bereits abgedeckt?
- Wo fehlen wichtige Unterfragen und Unterseiten?
- Wo können Listen, Tabellen, Videos oder zusätzliche Formate den entscheidenden Unterschied machen?
Autoren
Gilbert Bork: über 20 Jahre Erfahrung in SEO und Digital Marketing
Selda Sunny: 3 Jahre Erfahrung in Digital Marketing, sowie in Content Writing und SEO
About LA Click
LA Click gehört zu den führenden SEO und SEA-Agenturen in Zürich.
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